5. Oktober 2022 zerowasteyourlife

Energie sparen – Tipps und Hintergrundwissen

ökologischen Fußabdruck verkleinern, ökologischen Handabdruck vergrößern und Rebound-Effekte vermeiden

Bild: Riccardo Annandale (Unsplash)

Energie sparen war  schon immer ein wichtiges Thema. Denn: Energie, die nicht gebraucht bzw. verwendet wird, muss auch nicht erzeugt werden. Seit einigen Monaten hat das Thema Energie noch größere Relevanz bekommen: Nicht nur die Klimakrise fordert uns dazu auf, besser mit den vorhandenen Ressourcen zu haushalten, sondern auch der Angriffskrieg auf die Ukraine und diverse weitere Krisen zeigen uns: Wir müssen sparsamer werden.

Passend zum Thema Energie sparen erscheint Anfang Oktober ein Buch von Maximilian Gege im oekom-Verlag mit dem Titel  „Energie sparen leicht gemacht. Geld sparen, Klima schützen.“Maximilan Gege macht sich seit langem für betrieblichen Umweltschutz und gesellschaftliche Nachhaltigkeit ein. Er hat das Netzwerk für nachhaltigen Wirtschaften und B.A.U.M e.V., den Bundesdeutschen Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management, mitbegründet und war lange Honorarprofessor für denn Fachbereich Umweltwissenschaften an der Leuphana Universität Lüneburg. Kurz: Der Mensch weiß, wovon er spricht. Wir durften sein neues Buch schon lesen und konnten selbst noch einiges mitnehmen.

Energie-3-Sprung

Fangen wir mit den Grundlagen an: Was bedeutet Energie sparen und wie funktioniert das am besten? Gege spricht vom Energie-3-Sprung:

  1. Energie, die nicht benötigt wird, muss nicht erzeugt werden.
  2. Es braucht Energieeffizienz, d.h. das optimale Verhältnis von benötigter Energie zum Nutzen. Umgangssprachlich gelten Geräte oder Gebäude als energieeffizient, wenn ihr Betrieb vergleichsweise wenig Energie braucht.

Wichtig ist dabei zu beachten, dass der Rebound-Effekt nicht greift.

Exkurs: Rebound-Effekt

Der Rebound-Effekt oder auch Boomerang-Effekt beschreibt, dass das Einsparpotenzial von Effizienzsteigerungen nicht oder nur teilweise verwirklicht wird. Einige Beispiele: Ich stelle meine Beleuchtung auf LED um und habe neue, energieeffizientere Geräte angeschafft, mein Stromverbrauch sinkt aber nicht. Schuld daran könnte der Rebound-Effekt sein: Effizienzsteigerungen senken oft die Kosten für Produkte und Dienstleistungen – in dem Fall die Nutzung der Geräte. Das kann dazu führen, dass sich auch das Nutzungsverhalten ändert. Vielleicht habe ich zwar energiesparendere Lampen eingebaut, knipse das Licht aber nicht mehr konsequent aus, wenn ich den Raum verlasse. In der Küche habe ich vielleicht einen neuen, energieeffizienten Kühlschrank stehen, den alten aber nicht vom Netz genommen, sondern nur für die Getränkekühlung in den Keller umgezogen. Energieeffizienz braucht also gleichzeitig auch ein weiterhin optimiertes, sparsames Nutzungsverhalten. ,um ihren Job zu erfüllen.

  1. Energie, die nicht eingespart werden kann, sondern wirklich benötigt wird, soll aus erneuerbaren Quellen wie Solar, Wasser, Wind gewonnen werden.

Tipps zum Energie sparen im Alltag

Das Buch gibt über 100 Tipps, um im Alltag Energie zu sparen. Das ist in verschiedenen Lebensbereichen möglich. Einige davon stellen wir heute exemplarisch vor. Die gesamte Bandbreite inklusive Zusatzinfos könnt ihr im Buch nachlesen und in nächster Zeit auch in kleinen Happen auf unserem Instagram-Profil @zerowasteyourlife.

Die Lebensbereiche, für die wir Tipps erhalten, sind:

  • Energieeffizienz im Gebäude
  • Küche
  • Badezimmer
  • Büro und Digitales
  • Elektrische Geräte
  • Ökologische Geldanlagen

Den ökologischen Fußabdruck verkleinern und den ökologischen Handabdruck vergrößern

Ganz grundsätzlich gilt: Wir möchten unseren Ökologischen Fußabdruck verkleinern und den ökologischen Handabdruck vergrößern. Der Fußabdruck beschreibt die Emissionen, die durch unsere Handlungen entstehen, z.B. unser Nutzungsverhalten von Heizung, Beleuchtung und Geräten oder unsere Ernährung. Der Handabdruck misst, wie viele Emissionen ich durch effizientes, ökologisch sinnvolleres Verhalten einsparen.

  • Wir können im Bereich Gebäude unseren Fußabdruck verkleinern, indem wir die Raumtemperatur senken. Der Handabdruck vergrößert sich durch die Nutzung programmierbarer Thermostate.
  • In der Küche spart eine pflanzliche Ernährung gegenüber dem Verzehr auch von tierischen Produkten Emissionen durch unseren Konsum ein. Zusätzlich ist es sinnvoll, Lebensmittel via Foodsharing, Sirplus und Co zu retten, um sie vor der Tonne zu retten.
  • Im Bad spart die 30-Grad-Wäsche gegenüber höheren Waschtemperaturen Energie, Geld und Emissionen und verkleinert den Fußabdruck. Ein Sparduschkopf, der den Wasserverbrauch und somit auch die Menge an Energie für dessen Erwärmung einspart, trägt zu einem größeren Handabdruck bei.
  • Im Büro können wir Energie sparen, indem wir nicht benutzte Geräte generell oder unseren Computerbildschirm während der Pausen ausschalten. Zusätzlich effizient nutzen wir unsere verfügbaren Ressourcen, indem wir standardmäßig doppelseitig und auf Recyclingpapier drucken.

Besonders spannend ist es außerdem, sich anzuschauen, wofür wir konkret im Alltag Energie verwenden. Exemplarisch schauen wir uns dafür die Erhebung zum Energieverbrauch für Wohnen in Privathaushalten an. Ich zitiere hier die Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) von 2021, auf die sich auch Maximilian Gege bezieht. Demnach macht Raumwärme 71% unseres Energieverbrauchs im Privathaushalt aus, gefolgt von Warmwasser (15%), Betrieb von Elektrogeräten (8%), Sonstige Prozesswärme z.B. für die Klimatisierung von Räumen (5%) und Beleuchtung (1%).

Beim Stromverbrauch im Privathaushalt  machen Computer, TV und Audio-Geräte 28 % aus, gefolgt von Waschen und Trockenen (14%) und Licht mit (13%). Außerdem auf der Liste: Kühl- und Gefriergeräte, Kochen, Spülen und Sonstiges. Die Liste an Einsparpotentialen ist also lang.

Auch kleine Schritte haben einen positiven Effekt

Manch jemand mag denken, all diese vergleichsweise kleinen Aktionen hätten keinen echten Einfluss auf unseren Energieverbrauch – doch tatsächlich läppern sich die Einsparungen ganz schön schnell. Wenn wir dabei auch noch Rebound-Effekte vermeiden, lohnt es sich doppelt und ist gut fürs Klima und unseren Geldbeutel. Es lohnt sich, dir mal einen Nachmittag Zeitzunehmen und dich weiter mit dem Thema zu befassen.

Mehr zum Thema liest du im Buch „Energie sparen leicht gemacht. Geld sparen, Klima schützen“ von Maximilian Gege (Hrsg.), das am 4. Oktober 2022 im oekom-Verlag erschienen ist. (Danke für das Rezensionsexemplar) und auf unserem Instagram-Account @zerowasteyourlife.de.

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