8. Januar 2021 zerowasteyourlife

Du bist was du isst

Was macht eine klimafreundliche Ernährung aus?

„Du bist, was du isst“, heißt es. Tatsächlich geht es beim Thema Ernährung mittlerweile um weit mehr als ums satt werden. Was wir einkaufen und essen ist politisch. Denn: Wie wir mit unserem Essen umgehen hat Auswirkungen auf unser Klima.

Das Bundeszentrum für Ernährung hat herausgefunden: In Deutschland ist die Ernährung für ein Fünftel aller klimaschädlichen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Dazu kommt, dass weltweit rund ein Drittel der produzierten Lebensmittel entlang der Wertschöpfungskette durch ineffiziente Herstellungsprozesse verloren gehen oder aufgrund von Überproduktion und vermeintlichen Schönheitsmakeln in der Tonne landen. Das Zusammenspiel dieser Sachverhalte – Anbaubedingungen, Überproduktion und Lebensmittelverschwendung – ist ein großes Problem und befeuert den Klimawandel. Die gute Nachricht ist: Wir alle können Teil der Lösung sein.

Fünf Tipps für eine klimafreundliche Ernährung

1. Iss mehr Gemüse und Obst.

Wurst und Fleisch haben ebenso wie Milchprodukte eine deutlich schlechtere Klimabilanz als frisches Gemüse. Die Verbraucherzentrale rechnet vor: Die Produktion eines Kilos Rindfleisch verursacht rund 14 Kilogramm Kohlendioxid. Bei der Erzeugung von einem Kilo Gemüse, beispielsweise Bohnen, werden dagegen nur 150 Gramm CO2 freigesetzt. Auch Obst schneidet mit durchschnittlich weniger als 500 Gramm CO2 je geerntetem Kilo wesentlich besser ab. Wer also auf tierische Produkte verzichtet oder deren Konsum reduziert, ist gut zum Klima.

2. Kaufe regional und saisonal ein

Hier macht’s die Kombination. Besonders umweltfreundlich ist saisonale Freilandware. Dazu gehört auch Obst und Gemüse aus dem Folientunnel und unbeheizten Gewächshäusern. Sie sind weniger klimaschädlich als ganzjährige Tomaten aus energieintensiven beheizten Gewächshäusern oder Lagerobst aus dem Kühlhaus. Ein Saisonkalender verrät dir, wann welche Lebensmittel in Deutschland geerntet werden. Durch die regionale Produktion werden zudem lange Transportwege und somit Emissionen vermieden. Nebenbei unterstützt du durch den regionalen Einkauf die lokale Wirtschaft.

3. Verzichte auf Flugware und achte auf faire Produktion

Du möchtest nicht auf Bananen, Schokolade und Co verzichten? Beim Transport von Lebensmitteln aus Übersee fallen große Mengen CO2 an. Dabei haben Lebensmittel, die mit dem Flugzeug bei uns ankommen, einen mehr als zehnfach höheren CO2-Fußabdruck als per Schiff. Häufig sind Herkunft und Transport der Ware im auf dem Preis- oder Produktschild ausgezeichnet. Indem du dich beim Einkauf zusätzlich für fair produzierte und gehandelte Lebensmittel entscheidest, setzt zu außerdem ein Zeichen für mehr soziale Gerechtigkeit entlang der Lieferkette.

4. Vermeide Lebensmittelverschwendung

Im Durchschnitt wirft ein Mensch in Deutschland jährlich 75 Kilo Lebensmittel weg. Auch global betrachtet sehen die Zahlen kaum besser aus. Wenn Lebensmittelabfälle ein Land wären, wären sie damit der drittgrößte Verursacher schädlicher Treibhausgase weltweit. Für die Produktion, also Anbau, Verarbeitung und Verpackung, sowie den Transport von Lebensmitteln werden wertvolle Ressourcen wie Ackerland, Wasser und Strom verbraucht. Außerdem fallen Verpackungsmaterialien und Treibhausgase an. Darum gilt es, Lebensmittelabfälle zu vermeiden – beim Einkauf, im Restaurant und in der heimischen Küche. Plane deine Einkäufe, indem du zuerst Essensreste aufbrauchst und eine Einkaufsliste schreibst. Kaufe im Supermarkt und bestelle im Restaurant nur so viel, wie du auch essen kannst.

5. Kaufe unverpackt

Regionales, saisonales Obst und Gemüse gibt’s auf dem Wochenmarkt, im Bauernladen im Ort und mittlerweile auch in vielen Supermärkten ganz ohne Plastikverpackung. Haltbare, lose Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Pasta oder Trockenobst kannst du in sogenannten Unverpacktläden in deine eigenen Gefäße abfüllen. Dadurch sparst du das Material für die (Plastik-)Verpackung ein und kannst genau die Menge Lebensmittel kaufen, die du auch rechtzeitig verbrauchst. Ein positiver Nebeneffekt: Unverpackte Ware ist meist auch weniger oder gar nicht verarbeitet. Dadurch ernährst du dich gesünder, da frischer, und sparst die Energie für die industrielle Verarbeitung deiner Lebensmittel.

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Dieser Artikel ist erstmals auf YOUPAX.de erschienen.

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