18. Februar 2019 zerowasteyourlife

Ran da! – Eine praktische Einstiegsanleitung

Starte dein Zero Waste-Leben mit einer Abfall-Analyse

Schraubgläser helfen beim Zero Waste-Start

Du möchtest Abfall vermeiden und fragst dich noch immer, wie und wo du beginnen sollst? Fear no more – mit diesen einfachen Schritten kannst du noch heute loslegen.

Am Anfang deiner Abfallvermeidungsmission steht die Müllanalyse. Die meisten von uns wissen, dass sie den Müll regelmäßig rausbringen. Wenn du dieses Buch liest, hast du wahrscheinlich auch das Gefühl, dass es zu häufig ist. Hast du dich schon mal gefragt, was du da so entsorgst, welche einzelnen Gegenstände in deiner Mülltonne landen?

Bea Johnson und diverse andere Zero Waster*innen haben ein Müllglas. Darin sammeln sie den Abfall, der bei ihnen anfällt. Daran können wir uns ein Vorbild nehmen. Auch dir kann es helfen, deinen Müll eine Weile lang zu sammeln oder zumindest zu beobachten, was du entsorgst. Auf diese Weise entwickelst du ein Bewusstsein dafür, was du konsumierst. Dieses Bewusstsein ist die Grundlage dafür herauszufinden, welche Stellschrauben du bewegen kannst, um deinen Abfall zu reduzieren.

Die Abfall-Analyse

Als besonders praktikabel haben sich für die Abfall-Analyse zwei Methoden erwiesen:

  1. Nimm dir Zeit. Gehe in Gedanken einen typischen Tag und eine typische Woche in deinem Leben durch. Fange beim Aufstehen an und arbeite dich über die Morgendusche, das Frühstück, den Weg zur Arbeit, deinen Arbeitsplatz, den Haushalt, deine Hobbies, deine Verpflegung, dein Abendessen, etc. durch. Notiere jeden Gegenstand, der mittelfristig im Müll landet. Einwegverpackungen für Aufschnitt, Brottüten oder Eierkartons schreibst du ebenso auf wie Dinge, die du länger benutzt und die danach entsorgt werden wie eine Zahnbürste, Shampooflasche oder Butterdose.
  2. Lege zwei Abfalllisten an. Eine legst du auf den Mülleimer zuhause. Darauf notierst du, ebenso wie alle weiteren Mitbewohner*innen, alles, was während eines festgelegten Zeitraums (z.B. sieben Tage), darin landet. Eine weitere Liste legst du entweder physisch auf einem Schmierpapier oder digital im Handy an. Darauf notierst du alles, was du unterwegs entsorgst.

Nach deiner Evaluation hast du eine lange Liste. Im nächsten Schritt sortierst du die Dinge auf der Liste nach Bereichen: Was gehört ins Bad, in die Küche, ins Büro? Was fällt unterwegs an? So wird deine Liste übersichtlicher.

Als nächstes nimm dir erneut Zeit. Arbeite die Liste Stück für Stück durch und frage dich bei jedem Stück Müll: Wie kann ich es vermeiden? Brauche ich diesen Gegenstand wirklich oder kann ich ihn einfach aus meinem Leben streichen? Welche nachhaltigen (Mehrweg-)Alternativen gibt es?

Action-Plan

Wie geht es weiter mit der Alternativen-Liste? Erfahrungsgemäß ist eine Hauruckaktion für die wenigsten Menschen eine gute Idee. Entspannter und darum effektiver ist es, Stück für Stück vorzugehen. Ich empfehle dafür dieses Vorgehen:

  • Brauche vorhandene Produkte auf und ersetze (oder streiche) sie, wenn sie nach und nach zuneige gehen. Wenn du den Prozess Beschleunigen möchtest, kannst du Hygieneprodukte und verschlossene, haltbare Lebensmittel an Einrichtungen für wohnungslose Menschen spenden.
  • Schau dir deine Liste an und frage dich: Was ist davon am einfachsten und was ist das Herausforderndste für mich? Erledige genau diese Aufgaben – das scheinbar Schwierigste und das Einfachste – gleich zu Beginn. Wenn das nämlich geschafft habe, ist alles dazwischen offensichtlich machbar.

Sei Teil einer Bewegung

Wenn eine Bewegung wächst, wird oft auch die Wirtschaft darauf aufmerksam. Viele Unternehmen bezeichnen ihre Produkte aktuell als nachhaltig oder werben damit, dass sie uns beim Abfallvermeiden helfen können. Einerseits ist das wertvoll, weil auf diese Weise weitere Menschen für das Thema sensibilisiert werden. Andererseits verstärkt dies unter Umständen das Problem. Wollen wir nicht weniger Konsumieren? Bevor du etwas Neues anschaffst frage dich darum: Besitze ich bereits etwas, das diese Aufgabe erfüllen kann?

Ein Beispiel: Schraubgläser sind Alleskönner. Du kannst sie ausspülen und für deine Vorräte oder den Snack zwischendurch, als Coffee To Go Becher oder als Mehrwegwasser“flasche“ verwenden.

Zeig uns auf Instagram unter dem Hashtag #zerowasteyourlife, welche Alleskönner und Mehrzweckwunder du selbst bereits nutzt.  

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